Features

Mittwoch 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg - Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki

Symbol für die Bedrohung der Menschheit durch sich selbst (3). Gestaltung: Judith Brandner "Es war ein Raum ohne Leben", erinnerte sich ein Zeitzeuge, der kurze Zeit nach dem Atombombenabwurf von 6. August 1945 nach Hiroshima kam: "Kein Baum mehr, kein Haus, kein Insekt, nicht einmal mehr eine Ameise." Hiroshima war dem Erdboden gleichgemacht; die enorme Hitze im Hypozentrum ließ Glas schmelzen und brannte menschliche Schatten in Steine ein. Viele Leichen waren bis zur Unkenntlichkeit verkohlt. Hunderttausende starben sofort. Die überlebenden Hibakusha, die Atombombenopfer, leiden noch 70 Jahre später an den Folgen der radioaktiven Verstrahlung. Am 9.8.1945, warfen die USA eine zweite Atombombe anderer Bauart auf Nagasaki. Eine Entschuldigung für diese einzigartige menschliche Katastrophe hat es nie gegeben. Die Interpretation der Ereignisse ist bis heute umstritten: In den USA hält sich hartnäckig die Begründung, dass "die Bombe das Kriegsende beschleunigt, die Invasion in Japan verhindert und so zigtausende Menschenleben gerettet habe". Ob Japan auch ohne die Bomben bald kapituliert hätte, bleibt Spekulation. Fest steht, dass die Atombomben der letzte Schlag im Pazifischen Krieg waren, und der erste im Kalten Krieg. Unmittelbar nach Hiroshima und Nagasaki setzte die weltweite atomare Aufrüstung ein, um das sogenannte Gleichgewicht des Schreckens aufrechtzuerhalten.

Mittwoch 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Wie Gott uns schuf Nackt, natürlich, entblößt? Badesitten Lebensfreude und Prüderie Das Kalenderblatt 5.8.1962 Marilyn Monroe wird tot aufgefunden Von Brigitte Kohn Wie Gott uns schuf - Nackt, natürlich, entblößt? Autorin: Silke Wolfrum / Regie: Irene Schuck Wann fühlt der Mensch sich nackt? Das hängt nicht von der Menge an Stoff an, mit der er seinen Körper bedeckt, sondern von Konventionen, Kontext und kulturellem Hintergrund. Ein Nacktportrait von Angela Merkel in der Öffentlichkeit - das wäre heute ein Skandal! Die alten Römer hat ein Standbild ihres nackten Kaisers nicht schockiert. Natürlich spielt beim Thema Nacktheit auch eine Rolle, welchen Geschlechts man ist. Heute gehen Frauen in einem Ganzkörper-Burkini ins Wasser, andere im Bikini und - immer weniger - nackt. Unser Verständnis von Nacktheit hat sich über die Jahrhunderte stark gewandelt und führt letztlich immer auf die gleichen Fragen zurück: Wie beurteilt der Mensch seinen Körper und sich selbst? Und: Wer hat Macht über wen? Denn Kleidung und Nacktheit sind immer auch politisch. Badesitten - Lebensfreude und Prüderie Autorin und Regie: Dorit Kreissl Im Mittelalter waren öffentliche Badestuben in Europa äußerst beliebt: Mann und Frau badeten völlig nackt im gleichen Zuber, man speiste, trank und spielte. Betuchte Bürger und der Adel verwöhnten ihre Gäste in Hausbadestuben. Auch in den Kurbädern ging es gesellig zu - Baden war purer Lebensgenuss. Mit Ausbruch der Pestepidemien Anfang des 17. Jahrhundert änderte sich das. Viele öffentliche Einrichtungen wurden wegen Ansteckungsgefahr geschlossen. Plötzlich hieß es auch, Baden sei schädlich und überflüssig. Statt Haut und Haare zu waschen, wurden sie gepudert, pomadisiert und parfümiert. Im 18. Jahrhundert kam das Baden im Freien in Mode, in offenen Gewässern. Ein Engländer erfand den Badekarren, eine hölzerne Umkleidekabine auf Rädern, die ins Wasser gezogen wurde und als Sichtschutz für Frauen diente. Es galt als anstößig, wenn Frauen in Sichtweite des männlichen Geschlechts badeten, auch wenn sie von Kopf bis Fuß verhüllt waren. Moderation: Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg - Seeräuber und Netzpiraten

Beutezüge einst und jetzt (3). Gestaltung: Andreas und Caroline Wolf Auf der Schulter ein Papagei, ein Holzbein, ein mit einer schwarzen Binde verbundenes Auge und eine schwarze Totenkopfflagge. Das sind die wichtigsten Ingredienzien für einen Piratenfilm. Gedreht wurden die ersten Seeräuber-Streifen bereits am Beginn des 20. Jahrhunderts. Viele unserer Piraten Stereotype gehen auf den 1881 von Robert Louis Stevenson veröffentlichten Roman "Die Schatzinsel" zurück. Egal ob in der Karibik, im Mittelmeer, oder entlang der Inselwelt Indonesiens, fast immer griffen, und greifen Piraten auch heute noch, in unübersichtlichen Küstenregionen an. Das Ziel ist schneller Reichtum, sei es durch Lösegelderpressung oder durch den Raub von Wertgegenständen. Dass dies oft mit bestialischer Gewalt geschieht, wird häufig ausgeblendet, denn im Film werden Piraten meist als Freiheitskämpfer dargestellt. Und tatsächlich herrschten auf Seeräuberschiffen, zum Teil, egalitär-demokratische Strukturen. So waren Piraten-Kapitäne ihren Mannschaften gegenüber gleichgestellt. Auch bei der Aufteilung der Beute gab es keine Vorrechte. Nur während des Kampfes durfte der Kapitän seine Männer anführen. Von diesem freiheitsliebenden Piratenbild leiten sich zahlreiche moderne Aspekte der Piraterie ab, wie zum Beispiel Radiopiraten, Telefonpiraten oder die "Piratenpartei". Deren Name bezog sich, ganz bewusst, auf die negative Konnotation des Begriffes durch die Film- und Musikindustrie. Das Ziel der Bewegung war eine neue, positive Interpretation von "Pirat". Mit dieser Strategie war die Partei am Beginn der 2010er-Jahre in mehreren europäischen Ländern überraschend erfolgreich. Unter Netzpiraterie hingegen verstand man um die Jahrtausendwende ein Sammelsurium von illegalen Aktivitäten im Internet. Diese reichten von Hacken und Raubkopieren über Virenprogrammieren bis hin zur Cyber-Kriminalität. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die Szene aber nachhaltig verändert. Menschen, die sich illegal Filme oder Musik downloaden, sind deutlich weniger geworden. Explodiert ist hingegen die Internet- und Computerkriminalität, die von Erpressung und Betrug über Datendiebstal bis hin zum Cyber-Terrorismus reicht. Eine andere Form der modernen Piraterie ist die "Produktpiraterie". Sie ignoriert die Rechte auf geistiges Eigentum. 2019 waren 3,3 Prozent aller weltweit gehandelten Güter Fälschungen. Das entsprach einem Gesamtwert von 509 Milliarden US-Dollar. Mit 6,8% aller Waren lag dieser Wert in der EU sogar noch deutlich höher - Tendenz stark steigend.

Mittwoch 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg - Kalligrafie der Töne

Komponisten zwischen Japan und Europa (3). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Jeder einzelne Ton lebt. In Kombination miteinander bilden sie Linien, wie man sie in der japanischen Kalligrafie malt: Das bezeichnet der Komponist Toshio Hosokawa als eines der grundlegenden Merkmale traditioneller japanischer Musik. Hosokawa, der 1955 in Hiroshima geboren wurde, begann sich mit dieser Musik allerdings erst in Deutschland zu beschäftigen, wo er sich zum Studium westlicher klassischer Musik aufhielt. Heute schöpft er aus beiden Traditionen und versteht sich weder als japanischen noch als europäischen, sondern als zeitgenössischen Komponisten. Eine große Inspiration für Hosokawa war der 1996 verstorbene Törü Takemitsu, der in Werken wie "November Steps" die beiden musikalischen Welten einander gegenüber stellte. Bei den Salzburger Festspielen 2013 wurde Hosokawas "Klage für Sopran und Orchester auf Texte von Georg Trakl" uraufgeführt. Zur Komposition angeregt hat Hosokawa das Foto einer Mutter, "die nach dem Tsunami vom 11. März 2011 den Körper ihres Kindes an der Küste suchte und ihren tiefen Schmerz dadurch bewältigte, dass sie ihm singend Ausdruck verlieh." Zuvor hatte Hosokawa mit Sternlose Nacht und Voiceless Voice in Hiroshima bereits ein Memento an die Zerstörung Dresdens und eines an den Atombombenabwurf auf seine Geburtsstadt Hiroshima komponiert, auch da aber auf Texte von Georg Trakl zurückgegriffen. Für europäische Musiker, zum Beispiel die Mitglieder des Österreichischen Ensembles für Neue Musik, die im Sommer 2013 wieder Hosokawa spielten, eröffnen sich mit Takemitsu und Hosokawa ganz neue Zugänge zu ihren eigenen - westlichen - Instrumenten.

Mittwoch 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Weltreligion Hinduismus Viele Wege führen zum Heil Ganesha, der Elefantengott Garant für Glück, Wohlstand und Erfolg Das Kalenderblatt 5.8.1962 Marilyn Monroe wird tot aufgefunden Von Brigitte Kohn Weltreligion Hinduismus - Viele Wege führen zum Heil Autorin: Bettina Weiz / Regie: Frank Halbach Von den Weltreligionen dürfte der Hinduismus die vielfältigste sein: Von Schiwa, der auf einem einsamen Berg meditiert, über Wischnu, der mal als Schildkröte, mal als Eber und mal in noch anderen Formen auftaucht, bis zu Kali, die mit einer Kette aus Totenköpfen um den Hals tanzt, gibt es kaum überschaubar viele Götter und Göttinnen. Manch ein Hindu ist auch überzeugter Atheist. Einige Strömungen gibt es seit unvordenklichen Zeiten, andere sind erst ein paar Jahre alt. Gemeinsam haben sie, dass sie vom indischen Subkontinent stammen und dass jeder Mensch selbst zusehen muss, wie er zu seinem Heil kommt. Bettina Weiz schildert in ihrem Beitrag, wie die Religion gelebt wird. Ganesha, der Elefantengott - Garant für Glück, Wohlstand und Erfolg Autorin: Sylvia Schopf / Regie: Christiane Klenz Die beliebteste und populärste Gottheit im Hinduismus ist eine füllige Gestalt mit Wohlstandsbauch. Sein markantes Erkennungszeichen: ein Elefantenkopf, der auf seinem menschlichen Körper thront. Warum das so ist, erzählt eine der unzähligen Mythen, die sich um die hinduistische Gottheit ranken. Sein Abbild findet man in Indien an vielen Eingangstüren, in Geschäften, Wohnzimmern und auch im Auto oder öffentlichem Bus. Denn der freundliche, humorvolle und zu Streichen aufgelegte Ganesha gilt als Glücksbringer, Beseitiger von Hindernissen und ist Symbol für Wohlstand und Erfolg. Außerdem unterstützt er all diejenigen, die sich im Übergang in ein anderes Lebensstadium befinden, die vor einem Neubeginn stehen: die werdende Mutter ebenso wie der Reisende, der"Häusle-Bauer" oder Geschäftsleute, die Verträge unterschreiben. Man erbittet Ganeshas Hilfe, um das Alte hinter sich zu lassen und das Neue mit Elan, Freude am Leben und Genuss anzugehen. Einmal im Jahr (zwischen Mitte August und Mitte September) wird in vielen Teilen Indiens seit dem 19. Jahrhundert ihm zu Ehren ein großes, mehrtägiges Fest gefeiert: Ganesha Chaturthi, das Fest der guten Wünsche. Moderation: Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Tondokumente aus dem Jahr der deutschen Einheit (1/4) "Dieser Aufbruch kam wohl um Jahre zu spät" Wortmeldungen von Literaten 1990 Von Winfried Sträter (Teil 2 am 12.08.2020) 1990 war ein irres Jahr. Die Mauer war gefallen und die neu gewonnene Freiheit in der DDR war größer als die des bald vereinten Deutschland. Viele lebten die Möglichkeiten aus, die sich nach dem Sturz des SED-Regimes eröffneten. Zugleich wuchs die Sehnsucht, wieder in geordneten Bahnen leben zu können. Hoffnungen von Bürgerrechtlern, die im Herbst 1989 die betonierten Verhältnisse aufgebrochen hatten, wurden bitter enttäuscht. Der Osten lernte den Westen, und der Westen den Osten kennen. Die Feuilletons entfachten eine Diskussion über die DDR-Literatur mit zum Teil bösen Anschuldigungen. Tondokumente des Jahres 1990 vermitteln Eindrücke von diesem stürmischen letzten Jahr der DDR, in dem auch für die alte Bundesrepublik die Zeit ablief.

Mittwoch 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki. Symbol für die Bedrohung der Menschheit durch sich selbst (3). Gestaltung: Judith Brandner Seeräuber und Netzpiraten. Beutezüge einst und jetzt (3). Gestaltung: Andreas und Caroline Wolf Kalligrafie der Töne. Komponisten zwischen Japan und Europa (3). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch

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